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Schlamassel statt Massel
„Philatelisten wissen mehr.“ Einen neuerlichen Beweis für die Richtigkeit dieser These legte der Kieler Philatelist Horst Scholz vor. Er wies nach, dass die Verantwortlichen der Deutschen Post mit der Sprache des Alten Testaments ein kleines Problem hatten.
Auf dem Berliner Ersttagssonderstempel zur Ausgabe „Jüdischer Hochzeitsring Erfurt“ sollte der hebräische Glückwunsch „Masel tov“ erscheinen. Das Glück war der Grafikerin, Corinna Rogger, aber nicht hold. Sie vertauschte die Worte. Statt „Gut Glück“ erschien auf dem Stempel „Glück gut“ oder „tov masel“.
Masel hatte die Post somit keines, nur ein ausgewachsenes Schlamassel.
England-Brief gestohlen
Ein seltener England-Brief aus dem Jahre 1856 an den Earl Spencer wurde am 25.Januar 2010 auf dem Bahnhof von Brüssel gestohlen. Bei dem Brief handelt es sich um eine nach London gelaufene Ganzsache mit blauem ovalem Wertstempel „TWO PENCE“.
Nach der Ankunft wurde der Brief mit einer zusätzlichen 2-Pence-Marke frankiert und nach Althorp, dem Familien-Landsitz der Spencers in Northampton, nachgesendet. Das Stück gilt in dieser Form als Unikat der England-Philatelie. Der Umstand, dass der Brief an die Britische Adelsfamilie des Earl Spencer auf dem Landgut Althorp in Northampton adressiert ist, macht ihn auch unter gesellschafts-historischen Aspekten für die Philatelie interessant. Das Landgut ist heute die letzte Ruhestätte der bei einem Autounfall tödlich verletzten Princess of Wales, Lady Diana Spencer.

Dieser seltene Brief wurde Ende Januar in Brüssel gestohlen wie die gesamte Sammlung, in der er enthalten war.

Seit 160 Jahren deutsche Briefmarken
Vor 160 Jahren, also vor gut zwei heutigen Menschenleben, erschienen am 1. November 1849 im Königreich Bayern die drei ersten deutschen Briefmarken. Damit übernahm die damalige Monarchie unter König Maximilian II. nach neuneinhalb Jahren die britische Errungenschaft einer Vorausentrichtung der Postgebühren durch aufklebbare Wertzeichen.
Anders als Großbritannien verzichteten die Bayern dabei bis 1911 auf die Abbildung des jeweiligen Monarchen und wählten eine schlichte, rein zweckbezogene Darstellung mit der Wertangabe im Zentrum. An diesem Konzept orientierte sich auch das Königreich Sachsen bei der Herausgabe seiner ersten Briefmarke am 1. Juli 1850.
Von den drei ersten deutschen Marken hat es vor allem der „Schwarze Einser“ (Bayern MiNr. 1) zu besonderem Ruhm gebracht, also der kleinste der drei Nennwerte. Seine Sonderstellung in der Deutschland-Philatelie führte zu einer Bewertung, die sich durch die Auflage und die Zahl der erhaltenen Marken allein nicht erklären lässt.
Mehr
Informationen hierzu im aktuellen Heft des
Briefmarkenspiegel

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Banknoten aus 50 Jahren Bundesbank
i Es begann mit der
skandalumwitterten "Nackten Europa": Die 5-DM-Banknote aus 1948 in ihren
letzten Auflagen ab 1956 war die erste Nachkriegs-Produktion der
Bundesdruckerei Berlin. Nach Gründung der Deutschen Bundesbank 1957
entstanden neue Serien und Motive deutscher Geldscheine. Heute steht die
Produktion der Euro-Banknoten im Blickpunkt, begleitet von philatelistischen
Emissionen. Entdecken Sie spannende Parallelen, ab Seite +++ Außerdem
lesen Sie im aktuellen Heft 20/07 der DBZ:Phila-Treff (Das
große BERLIN-Special!): Von Köpenick bis Bellevue am Funkturm +++
Markt & Marken: Neuentdeckungen und Verfälschungen +++ Markt: Berliner
Bären und Ruinen, mit und ohne Aufdruck +++ Für Einsteiger: Aktuelle
Neuheiten: Die Privatausgaben aus Bistra und Sebes - Vor 100 Jahren in
Siebenbürgen, heute aus Rumänien +++ Karten-Panorama: Oktoberfeste
von München bis Berlin +++ und vieles andere mehr ! ! !

Der Doha-Bogen::
Verkaufte die Post von Katar gefälschte Schweizer Briefmarken?
Die Posse erinnert ein bisschen an die DTM-Portocard mit selbstklebenden Briefmarken, die im Frühjahr 2008 ein Tochterunternehmen der Deutschen Post auflegte und verschenkte, deren Inhalt dann aber von der Bonner Postphilatelie der amtliche Charakter abgesprochen wurde. Anlässlich des 24. Weltpostkongresses im August 2009 in Genf verschenkte Katar personalisierte Bogen mit postgültigen Schweizer Briefmarken. Während die Schweizer Post vor Ort diese Werbeaktion sogar unterstützte, will die Philatelieabteilung in Bern gegen die Beschenkten rechtliche Schritte einleiten!
Der Beitrag von Urs Hobi erzählt die kuriose Geschichte mit nachgeahmten Briefmarken, die von der Schweizer Post nicht beanstandet wurden (Seite 42).in der Deutschen Briefmarken-Revue

Unabhängigkeitsbestrebungen Taiwans
(jk) Nach dem Sieg der
Kommunisten über die Truppen Chiang Kai-scheks proklamierte Mao Tse-tung
auf Festlandchina 1949 die Volksrepublik China. Die unterlegene
Kuomintang-Regierung flüchtete mit ihren Truppen auf die China
vorgelagerte Insel Formosa (Taiwan). Seither bezeichnet sich Taiwan als
Nationalchina, mit der offiziellen Bezeichnung "Republic of China".
Taiwan
ist zwar de facto ein souveräner und unabhängiger Staat, wird aber
nur noch von rund zwei Dutzend Staaten diplomatisch anerkannt. Die
Volksrepublik China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz. Immer wieder
droht Peking mit militärischen Maßnahmen, falls Taipeh (Hauptstadt
von Taiwan) die Unabhängigkeit ausrufen sollte.
Seit der
nationalchinesische Präsident Chen Shui-bian im vergangenen März als
Taiwans Präsident wiedergewählt worden ist, haben die Spannungen
zugenommen. In der siegreichen Regierungspartei sind Bestrebungen im Gange,
Taiwan auf die Unabhängigkeit vorzubereiten.
Trotz Säbelrasseln
bestehen zwischen den beiden Staaten enge Wirtschaftsbeziehungen, und Taiwan
gehört zu den größten Investoren in der Volksrepublik China.
Zur Aufnahme von direkten Handelskontakten mit der Volksrepublik hat die Post
Taiwans zwei Sonderwerte herausgegeben. Der Wert zu 9 Dollar zeigt ein
Fährschiff auf der Taiwanstrasse zwischen Kinmen und der chinesischen
Provinz Xiamen. Die offizielle Landesbezeichnung Nationalchinas lautet nach wie
vor "Republic of China". Auf Vorschlag der Regierungspartei soll nun aber
künftig - als Hinweis auf eine mögliche Unabhängigkeit - der
Zusatz "Taiwan" beigefügt werden.
Mehr Informationen hierzu im
aktuellen Heft der MICHEL-Rundschau. Ein Schnupperabo können Sie hier
anfordern. Und zwar mit drei kostenlosen Ausgaben der bekannten MICHEL-Rundschau direkt ins Haus. Sie können sich dann
in Ruhe davon überzeugen, warum Sammler in aller Welt diese Zeitschrift so
schätzen:
Gewinner in Heftchen
Nothilfesatz Berufsstände 1934
Seit den beiden Aufdruckwerten zugunsten der Hilfe für Kriegsgeschädigte von 1919 gab das Deutsche Reich Zuschlagsmarken heraus, deren Erlös für soziale Zwecke bestimmt war. Nach der Hochinflation erschienen im Februar 1924 die ersten Marken für die Deutsche Nothilfe.
Auf politisch unverfängliche Motive wie Wappen, Bauten und Burgen in der Weimarer Zeit folgten unter den Nationalsozialisten 1933 Motive aus den Werken Richard Wagners, und Anfang November 1934 die sogenannten „Berufsstände“. Dr. Andreas Hahn vom Bonner Archiv für Philatelie kommentierte diese Serie im Rahmen einer Ausstellung mit Propaganda-Motiven jener Zeit: „Die Berufswelt war in dieser neun Marken umfassenden Serie ausschließlich Männern vorbehalten. Erstmals erscheint hier auf Briefmarken der neue Idealtypus des deutschen Mannes: klassisch-kantige, bisweilen holzschnitthaft wirkende Gesichtszüge und kräftige, athletische Körper, die Stärke demonstrieren sollen. Es verwundert kaum, dass der eher vergeistigt wirkende Entwurf des Forschers mit seiner Brille von Erich Feyerabend von den neuen Machthabern abgelehnt wurde.“
Mehr Informationen hierzu im
aktuellen Heft des
Briefmarkenspiegel
Nothilfe 1932:
Reichspost experimentierte mit verschiedenen Wartburg-Ansichten
Nachdem die Deutsche Reichspost im Jahre 1930 die Wappenzeichnungen auf den jährlichen Nothilfeausgaben durch Bauwerke ersetzt hatte, wurde allgemein damit gerechnet, dass dieses neue Thema über Jahre Bestand haben würde. Tatsächlich war die 3. Bauwerke-Ausgabe von 1932, die nach längerer Unterbrechung wieder fünf Werte umfasste (MiNr. 474-478), schon die letzte. Die Nationalsozialisten, die im Frühjahr 1933 an die Macht kamen, nutzten sehr schnell auch die Briefmarken als Mittel der Propaganda.
Interessante Hintergründe und Entwürfe aus Archiven hat auch dieser Artikel im Rahmen der Serie über Ausgaben des Deutschen Reiches zu bieten (ab Seite 29 in der Deutsche Briefmarken-Revue)
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